23. November 2018

Was leistet Familienbildung in der Region? Fachtag der eaf am 27. 11. 2018 im Deutschen Hygiene-Museum, Dresden

Dresden. Am Dienstag, den 27. November 2018, ab 10:00 Uhr, lädt die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. (eaf Sachsen) ins Deutschen Hygiene-Museum Dresden zu dem Fachtag „Was leistet Familienbildung in der Region? Angebote – Zielgruppen – Handlungsperspektiven“ ein.

 

„Regionale Aspekte der Familienbildung standen bei drei Gesprächsforen in Görlitz, Plauen und Torgau 2018 für uns im Mittelpunkt“, so Eva Brackelmann Geschäftsführerin des Evangelischen Familienverbandes, „Die Ergebnisse dieser regionalen Gespräche werden bei dem Fachtag in Dresden vorgestellt, Bedarfe benannt und konkrete Maßnahmen für den Freistaat besprochen.“

 

Als Gäste haben für den Fachtag zugesagt:

 

PROF. DR. BIRGIT GLORIUS (TU Chemnitz) hält einen Vortrag über „Die Funktion der Familienbildung in unserem Bildungssystem“.

PROF. DR. MICHEL CONSTANTIN HILLE (Hochschule Zittau/ Görlitz) spricht über „Neue Formen des intergenerativen Miteinanders“.

DR. CHRISTIANE FISCHER-MÜNNICH (Ramboll Management Consulting) informiert am Beispiel Dänemark über Familienbildung in europäischer Perspektive.

MARTINA HEFTER liest aus ihrem Gedichtband „Es könnte auch schön werden“. Darin setzt sich die Lyrikerin einfühlsam und differenziert mit den Themen: Situation der Pflege, Sandwich-Generation und unbezahlte Arbeit für die Gesellschaft auseinander.

 

In thematischen Gruppen setzen sich die Teilnehmenden mit folgenden Themen auseinander:

 

  • Das Potential der jungen Alten: Das Generationenverhältnis neu denken
  • Familienbildung im ländlichen Raum: Bedarfe ermitteln, Lücken schließen
  • Migration, Integration, Inklusion: Wie gelingt Teilhabe an Familienbildung für alle Familien?
  • #Familie: Der Einsatz digitaler Medien in der Familienbildung.
  • Nur für die Mittelschicht? Welche Zielgruppen kann Familienbildung erreichen?

Der Fachtag wendet sich an Haupt- und Ehrenamtliche in der Gemeindepädagogik, im Erziehungsbereich in Kindertagesstätten und Schulen, an Studierende und an alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit Familienbildung beschäftigen und sich über Angebote und neue Perspektiven informieren oder austauschen wollen.

 

Schicken Sie Ihre Anmeldung bitte an: info@eaf-sachsen.de

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Kinderbetreuung wird auf Nachfrage angeboten.

Die Veranstaltung wird durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördert.

 

Die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen-Landesarbeitskreis Sachsen e.V. setzt sich als familienpolitischer Dachverband der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens für Familien auf den Verantwortungsebenen in Politik und Kirche ein. Die Arbeit der eaf Sachsen e.V. soll Familien stärken und eine familiengerechte Gestaltung von Politik, Gesellschaft und Kirche erreichen. www.eaf-sachsen.de <http://www.eaf-sachsen.de>


19. Oktober 2018

Nach Beschluss des Brückenteilzeitgesetzes im Bundestag: Deutschland fehlt weiterhin ein familienfreundliches Teilzeitgesetz

Der Familienbund der Katholiken bedauert, dass der Deutsche Bundestag gestern das Brückenteilzeitgesetz ohne jede familienfreundliche Handschrift beschlossen hat. Der Verband begrüßt zwar die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts durch die Große Koalition als eine wichtige Initiative für die Beschäftigten in Deutschland. „Grundlegendes Manko des Gesetzes ist jedoch, dass gesamtgesellschaftlich wertvolle Motive zur Reduzierung der Arbeit wie Pflege oder Erziehung in Familien nicht vorrangig berücksichtigt werden“, sagte Familienbund-Präsident Ulrich Hoffmann heute in Berlin. Er erinnerte an die Einschätzung des Rechtswissenschaftlers Gregor Thüsing in der öffentlichen Anhörung zum Gesetz: „Ungleiches wird gleich behandelt. Wer seine Mutter pflegen will, wird genauso gestellt wie der, der sein Golf-Handicap verbessern will.“

 

„Gerade auch die berufliche Situation von Müttern lässt das Gesetz außer Acht“, sagte Hoffmann weiter. „Viele Frauen arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen und können damit nicht vom geplanten Rechtsanspruch des Gesetzes Gebrauch machen.“ Der greife erst in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten und dann auch nur für einen von 15 Mitarbeitern. Erst ab Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern gelte der Anspruch ohne Einschränkung.

 

„Deutschland bräuchte dringend ein Teilzeitgesetz mit sozialen Anspruch. Denn Familien sind Deutschlands Pflegedienstleister Nummer 1“

 

„Zur Stärkung ihrer Zeitsouveränität wäre es nötig gewesen, das Rückkehrrecht allen Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern zu ermöglichen. Diese Grenze ist auch in anderen Gesetzen eine etablierte Größe, so im Teilzeit- und Befristungs- sowie im Pflegezeitgesetz“, betonte Hoffmann. „Hier muss auch die Wirtschaft endlich ihre hohe Innovationsfähigkeit unter Beweis stellen! Eine Berücksichtigung von gesamtgesellschaftlich relevanten Sozialkriterien zur Reduzierung der Arbeitskraft wäre prioritär gewesen, um den hohen Leistungsdruck von Eltern zwischen Beruf und Familie zu mindern, gerade auch jenen, die sich in ihren mittleren Lebensjahren oftmals in einer höchst fordernden Sandwich-Position befinden: Sie pflegen neben ihren Kindern auch noch ihre Eltern. Deutschland bräuchte dringend ein Teilzeitgesetz mit sozialen Anspruch. Denn Familien sind Deutschlands Pflegedienstleister Nummer 1!“


18. Oktober 2018

Jugendmedienschutz beginnt nicht erst am Endgerät

Deutscher Familienverband fordert, Provider mit kostenlosen Netzwerkfiltern in die Pflicht zu nehmen

 

(Berlin). Der Deutsche Familienverband (DFV) unterstützt die Bestrebungen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zur Anpassung des Jugendmedienschutzes an die Bedingungen des 21. Jahrhunderts. Zugleich fordert der DFV den Gesetzgeber auf, den Jugendschutz nicht erst per vorinstallierter Software auf PC, Tablets oder Smartphones zu beginnen, sondern bereits die Provider zur Installation von kostenlosen Netzwerkfiltern zu verpflichten.

 

„Das Internet ist Teil unseres Lebens geworden. Bereits kleine Kinder nutzen es alltäglich und geradezu selbstverständlich“, sagt DFV-Vizepräsident Siegfried Stresing. „Das Internet liefert nicht nur Wissen, Kommunikation und Unterhaltung, es kann auch Quelle sein für Mobbing, Hetze, Gewalt und sexuelle Anmache.“ Dem Deutschen Familienverband ist die Sicherheit im Netz ein besonderes Anliegen. „Kinder und Jugendliche brauchen sichere Räume und eine pädagogische Begleitung bei der Internet-Nutzung, die sie befähigt, ungeeigneten Inhalten selbst aus dem Weg zu gehen“, so Stresing.

 

Neben diesem „Selbstschutz durch Befähigung“ stehen auch Provider in der Pflicht, Heranwachsende wirksam vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen und den Zugang junger Menschen zu Pornografie, drastischer Gewalt und Extremismus einzuschränken. Der Deutsche Familienverband macht sich dabei für eine Regelung stark, die die Netzbetreiber in die Verantwortung nimmt und bereits auf der Anbieterseite technische Maßnahmen zur Deaktivierung jugendgefährdender Inhalte vorsieht. „In Großbritannien wird ein solches Modell seit langem mit Erfolg praktiziert. Es schützt Kinder und Jugendliche, bevor indizierte oder nicht altersgemäße Seiten sie erreichen und gefährden“, sagt Stresing.

 

Für gänzlich ungeeignet hält er dagegen den Einsatz einer auf Tablets und Smartphones vorinstallierten Schutzsoftware. „Entsprechende Filterprogramme können entweder von den jungen Nutzern außer Kraft gesetzt werden oder sie sind durch regelmäßig erforderliche Aktualisierungen schwer zu handhaben“, kritisiert Stresing. Außerdem stoßen Eltern zunehmend an praktische Grenzen in der technischen Umsetzung sicherer Surfumgebungen.

 

In einem Beitrag für die Fachzeitschrift „JugendMedienSchutz Report“ hatte Stresing bereits vor drei Jahren einen verantwortungsbewussten Jugendmedienschutz in Deutschland gefordert.